Brief an meine Klient*innen

Liebe*r Klient*in

 

hiermit möchte ich Ihnen einige Vorinformationen zu den Gesprächen mit mir geben, was Sie von mir erwarten können und wie ich über Beratung und Therapie denke.

 

Zu Beginn kenne ich Sie nicht und weiß nichts über Sie und Ihre Lebenssituation. Ich weiß nicht, wie Sie aufgewachsen sind, welche Vorerfahrungen Sie gemacht haben, wer ihre Familie, Freunde und Ihr*re Partner*innen sind. Auch Ihre Werte und Ziele kenne ich am Anfang nicht. Sie sind (und bleiben) in meiner Wahrnehmung daher Expert*in für Ihre Lebenswelt und alles, was diese betrifft.

In meinen Ausbildungen und meiner bisherigen Praxis habe ich gelernt, mich schnell in andere Personen hineinzuversetzen und mich einzufühlen, um ihre Welt verstehen zu können, auch wenn diese sich von meiner eigenen noch so sehr unterscheiden mag. In der systemischen Haltung bin ich mir auch immer bewusst, dass Sie in ein soziales Gefüge eingebettet sind, das auf Sie reagiert und umgekehrt. Ich betrachte Sie also nicht isoliert von den Menschen in Ihrem Umfeld und den verschiedenen Rollen, die Sie in Ihrer sozialen Umwelt einnehmen. 

 

Zu Beginn jeder Beratung bin ich daher vor allem ihre persönliche Frageexpertin.

 

Ich habe gelernt, Menschen mit Problemen so zu fragen, dass wir beide klüger werden. In einer Beratung geht es für mich auch sehr darum, die geheimen und versteckten Stärken meiner Klient*innen zu finden, diese weiterzuentwickeln und auszubauen. Ich begleite Sie mit einem guten Gespür für diese Ressourcen, die Sie bisher möglicherweise selbst noch nicht wahrgenommen oder deren Potenziale Sie noch nicht voll ausgeschöpft haben. Sozusagen bin ich die Expertin für die Freisetzung Ihrer unbewussten Möglichkeiten, mit einem Blick für neue Möglichkeiten/neue Perspektiven und begleite Sie dabei, selbst einen neuen Blick auf das "alte" Bekannte zu werfen.

 

Ich bin immer tief beindruckt und fasziniert von der früher oder später deutlich werdenden Fähigkeit meiner Klient*innen, die zunächst scheinbar Unlösbares und Unmögliches doch irgendwie hinkriegen und möglich machen.

 

Im ersten Gespräch sind mir zusätzlich zu dem, was ich Ihrer Meinung nach wissen muss, vor allem Ihre Antworten auf die folgenden drei Fragen wichtig (Sie erhalten nach einer Terminbuchung dazu einen Fragebogen zum Ausfüllen):

 

1.     Was wollen Sie erreichen?

Ich möchte Ihre Lebenssituation kennenlernen und mir ein genaues Bild von Ihren Zielen für unsere gemeinsame Arbeit machen können. Ich werde Sie also fragen: Wenn das Problem oder die Probleme zu Ihrer Zufriedenheit gelindert oder gelöst sind, wenn Sie also am Ende unserer Zusammenarbeit sagen würden „Danke Frau Bernarding, ich bin jetzt genau da, wo ich hinwollte…“: Wo sind Sie dann? Wie sind Sie dann? Wie sind dann Ihre zwischenmenschlichen Beziehungen, was sagen andere dann über Sie?...

Ihre Ziele interessieren mich ganz genau.

 

Je mehr ich darüber weiß und je genauer ich mir Ihre Vision vorstellen kann, umso sicherer können wir beide sein, dass wir am gleichen Strang in die gleiche Richtung ziehen können.

 

Die Erfahrung zeigt außerdem, dass bei Beratung die genaue Kenntnis der Ziele oft schon die „halbe Miete“ ist. Daher erhalten Sie im Vorfeld des ersten Gespräches einen Bogen u.a. mit dieser Frage zum Ausfüllen.

 

2.    Was haben Sie schon alles getan, um Ihr Ziel zu erreichen und/ oder das Problem zu lösen. Mit welchem Erfolg?

Aus Ihren Antworten kann ich erkennen, was Sie an Erfahrungen darüber gesammelt haben, wie Sie das Problem vielleicht schon verbessern konnten. Dann interessiert mich, was wir über Ihre bewussten und unbewussten Verbesserungsmöglichkeiten herausfinden können, um noch weitere Besserung zu erzielen. Vielleicht haben Sie auch schon etwas unternommen, was eher zu einer Verschlechterung geführt hat. Auch dafür interessiere ich mich, um weitere „Verschlimmbesserungen“ vermeiden zu können.

 

3.    Welche positiven Veränderungen hat es möglicherweise bis zu unserem ersten Gespräch gegeben?

Viele Menschen machen die Erfahrung, dass Sie z.B. wegen Zahnschmerzen einen Arzttermin vereinbaren und dann plötzlich keine oder kaum noch Schmerzen haben. Die wissenschaftliche Forschung konnte dieses bisher noch rätselhafte Phänomen auch für den Bereich der Beratung und Therapie bestätigen. Über 70 % der Befragten, die einen Termin vereinbart hatten, gaben an, dass sich das Problem seit dem Anruf gelindert hat. Es gibt keine offizielle Erklärung dafür, aber vermutlich spielt es eine Rolle, dass sich Klient*innen besonders darüber Gedanken machen, wie die Therapeutin oder der Berater Ihnen weiterhelfen könnte und somit neue Gedanken, Erkenntnisse und Verhaltensweisen entstehen, die zur Bewältigung des Problems oder der problematischen Situation hilfreich sind.

 

Ich möchte Sie bitten, darauf zu achten, welche positiven Veränderungen Ihnen eventuell bis zu unserem Termin auffallen. Sie können wichtige Samenkörner sein, aus denen weitere Besserungen erwachsen.

 

Wie lange dauert der Beratungsprozess?

Mein Ziel ist es, dass Sie ihr Ziel so schnell und mit so wenigen Sitzungen wie möglich erreichen können. Gerne mache ich mit Ihnen auch nur einen einmaligen Termin aus. Grundlegende Veränderungsprozesse können sich manchmal aber auch über mehrere Jahre ziehen. In diesem Fall ist eine Begleitung ebenfalls möglich und dann meist mit größeren Abständen zwischen den einzelnen Sitzungen.

Es sind nicht unbedingt wöchentliche Terminabstände nötig, aber durchaus auch möglich. Es ist prinzipiell ein Abstand von zwei bis zwölf Wochen zwischen den Terminen denkbar. Ich gehe gerne auf Ihre Bedürfnisse bezüglich der Termine ein und lasse Sie in jeder Sitzung neu vorgeben, in welchem Abstand wir den nächsten Termin machen sollen.

Zu Beginn können Sie auch einen Wunsch äußern, bis wann Sie ihr Problem soweit gelindert oder gelöst haben wollen, dass Sie damit wieder alleine klarkommen können und wollen.

 

Was kostet eine Sitzung? Ist eine Erstattung durch die Krankenkasse möglich?

Sie finden diese Info auf der Homepage unter www.julia-bernarding.de/infos.

 

Zum Schluss noch ein paar Informationen über mich

Geboren bin ich 1985 in Saarlouis und in einem ländlichen Dorf in der Nähe aufgewachsen. Nachdem ich eine erste Berufsausbildung abgeschlossen habe, absolvierte ich mein Fachabitur und studierte Soziale Arbeit und Pädagogik der Kindheit an der HTW in Saarbrücken mit dem Abschluss Bachelor of Arts. Seit 2011 arbeite ich in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit und bilde mich parallel dazu seitdem stetig weiter.

Meine gestalttherapeutische und sexualtherapeutische Ausbildung schloss ich 2020 erfolgreich ab. Weitere Zusatzqualifikationen sind integrative Traumatherapie, Sexualpädagogik, Entspannungstraining und Stressberatung. Meine Schwerpunkte waren bisher die (weibliche) Sexualität sowie andere frauenspezifische Themen (Gewalt, Schwangerschaft etc.) sowie das Thema Abhängigkeit und Sucht. Zurzeit arbeite ich neben meiner eigenen Praxis noch fest angestellt in der Suchtberatung und -Nachsorge bei einem großen saarländischen Träger.

Zusammen mit meinem Partner lebe ich ländlich und dennoch unweit unserer saarländischen Hauptstadt in der Nähe meiner Praxis für sexuelle Bildung und Beratung und biete dort einer Katze und einem Kater für seliges Schnurren Obdach und Futter. Ich liebe die Natur, ein bisschen Sport und bin leidenschaftliche Musikerin.

 

Ich freue mich auf unser Gespräch und grüße Sie bis dahin sehr herzlich!

 

Ihre Julia Bernarding

 

PS: Sie haben Fragen zu sexueller Bildung, Sexual-und Paarberatung oder Entspannungstechniken oder wünschen sich einen Artikel zu einem ganz bestimmten Thema in diesen Bereichen?

Lassen Sie es mich wissen!